Stromanbietervergleich in Berlin
Die Strompreisentwicklung in Berlin hängt mit verschiedenen Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt zusammen, die den Wettbewerb an sich und die politisch gestalteten Wettbewerbsbedingungen betreffen. Es ist gerade einmal zehn Jahre her, da wurde der deutsche Strommarkt- auch der Strom in Berlin- von einigen Quasi-Monopolisten beherrscht. E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW, heute immer noch die vier größten Energieversorger, konnten die Preise auf dem Markt künstlich hochhalten und damit neue Wettbewerber vom Markt fernhalten.
Um Wettbewerber vom Markt fernzuhalten, hat sich besonders der Besitz von den Versorgungsnetzen als probates Mittel bewährt. Denn weil die großen Energieversorger die Versorgungsnetze besaßen, konnten sie die Höhe der Gebühren festlegen, die ein neuer Wettbewerber an den direkten Konkurrenten hätte zahlen müssen, um seinen Strom durch das Versorgungsnetz leiten zu dürfen. Den Strom in Berlin gewährleisteten immer noch die Ex-Monopolisten.
Auf Druck der Europäischen Union, die sich im Rahmen Ihres Programms zum Binnenmarkt auch mit der Liberalisierung der nationalen Strommärkte beschäftigte, verabschiedetet die Bundesregierung 1998 das Bundeswirtschaftsgesetz, das das Ziel einer Liberalisierung des deutschen Strommarktes verfolgte, um europäischen Konkurrenten eine Möglichkeit zu geben, an dem Wettbewerb teilzunehmen und außerdem um die strukturell hohen Energiepreise der Quasi-Monopolisten zu senken und den deutschen Verbrauchern günstige Energiepreise zu garantieren. Das Bundeswirtschaftsgesetz erreichte sein Ziel allerdings nicht.
Fünf Jahre später war der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt noch überschaubar und die vier großen Energiekonzerne beherrschten immer noch zwischen achtzig und neunzig Prozent der Kraftwerkskapazitäten und Versorgungsnetze und nutzten ihre marktbeherrschende Stellung weiterhin zu ihrem eigenen Vorteil aus. Der Strom in Berlin wurde nicht günstiger. Im Jahr 2005 gründete die Bundesregierung daraufhin die Bundesnetzagentur, eine Regulierungsbehörde, die sich vor allem die angemessene Nutzung der Versorgungsnetze überprüfen sollte. In den Rahmen ihrer Kompetenzen fiel es auch, die Durchleitungsentgelte, die die Besitzer der Versorgungsnetze von den Wettbewerbern verlangten, damit diese ihren Strom einspeisen durften, zu überprüfen und gegebenenfalls neue Richtwerte vorzugeben.
Von dieser Möglichkeit machte die Bundesnetzagentur im Folgenden Gebrauch und nahm so positiven Einfluss hinsichtlich des Wettbewerbs auf den deutschen Strommarkt. Besonders die Bundesnetzagentur trug auf diesem Weg dazu bei, dass sich der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt verstärkte. Trotzdem der Wettbewerb in den letzten Jahren zugenommen hat und den Verbrauchern die Chance eröffnet, mit einem Stromanbieterwechsel so viel Geld wie nie zuvor einsparen zu können, bleibt der Wettbewerb ausbaufähig und verbesserungswürdig. Der Strom in Berlin kann noch günstiger werden durch bessere Wettbewerbsbedingungen.
Die Frage nach der Trennung von Produktion bzw. Handel mit Strom und dem Besitz des Versorgungsnetzes ist ein wichtiger Aspekt, der auch den Strom in Berlin betrifft. Der Verbraucher muss endlich in einem vernünftigen Maß durch sinkende Energiepreise von der Strommarktliberalisierung profitieren, nachdem in der bisherigen Geschichte der deutschen Strommarktliberalisierung lange Zeit nur die Energiekonzerne profitiert haben.